| Das Hinterland von Venedig besteht zu einem Drittel aus Gebirge und zu zwei Dritteln aus Ebenen. Im Norden grenzt es hoch droben in den Dolomiten an Östereich an, im Süden reicht es bis zur Poebene. Alle wichtigen Weine Venetiens wachsen in den Ausläufern der Alpen und in den verstreuten hügeligen Gebieten ostwärts vom Gardasee bis Conegliano. Verona, nahe am Gardasee gelegen, ist die Weinhauptstadt mit einer größeren Produktion an DOC-Weinen, z.B. Soave, Valpolicella und Bardolino, als irgendeine andere italienische Region. Diese drei Weine sind im Export sogar so bedeutend, daß Verona Anspruch auf den Namen der internationalen Weinhauptstadt für ganz Italien erheben kann. Die größte Weinmesse findet in Verona unter der Bezeichnung Vinitaly jedes Jahr im April statt.
Die Gebiete um Verona und Conegliano haben im Anbau ganz eigener Traubensorten eine alte Tradition: die Soave-Traube Garganega, die Valpolicella-Traube Corvina und die Prosecco-Traube, aus der in Conegliano ausgezeichneter Schaumwein gewonnen wird, kommen sonst nirgendwo vor. Nicht so berühmte Bereiche, wie Colli Berici und die Colli Euganei und die fruchtbare Piave-Ebene an der Grenze zu Friuli-Venezia Giulia im Osten, versuchen ihr Glück mit verschiedenen internationalen Traubensorten: den Pinots und Cabernets und ihresgleichen. Der Merlot ist hier im Kommen und hat sich bereits von "annehmbar" zu "köstlich" entwickelt. |