Noch vor 30 Jahren war die die Insel fast mittelalterlich, überall trat der Gegensatz zwischen einstiger Würde und neuzeitlichem Elend zutage. Griechische Ruinen lagen wie vergessen da, Syrakus war eine Kleinstadt an einer Bucht von atemberaubender Schönheit. Palermo war eine verschlafene Stadt, von Gewalt und Armut gezeichnet, aber eine großartige Stadt. Und was den Wein anbelangt, gab es den Marsala, den wohl jeder kannte, aber niemand trank, und daneben ein paar kleine aristokratische Weingüter; die berühmtesten davon auf den Hängen des Ätna und um Syrakus - sie brachten noch ein paar Tropfen von dem legendären süßen Moskato hervor.Was sonst aber hier an Wein wuchs, war kaum zu trinken, und was noch taugte, wurde als Verschnittwein nach Norden exportiert.
Ein offenbar gut geleitetes regionales Entwicklungsprogramm hat mit all dem aufgeräumt. Der Weinbau hat alle anderen Gegenden Italiens überholt und arbeitet nach modernsten Verfahren. Enorme neu angelegte Rebflächen liefern gut ausgewogenen modernen Wein, dreiviertel davon Weißwein. |